Im Juni 1997 wurde die Auslandsstelle „Deutschsprachige pastorale Arbeit in Zypern und im Mittleren Osten“ von der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) in Hannover abgebaut.
In weiser Voraussicht hatte der damalige Pfarrer Peter Oßenkop, der diese Stelle noch innehatte, die Gemeinde darin unterstützt, die Fortführung kirchlicher Arbeit zu sichern.
So fanden sich am 7.12.1996 vierzig Menschen aus allen Teilen der Insel zur Gründungsversammlung der Evangelischen Kirche deutscher Sprache in Zypern (EKdSZ) im Goethe-Institut in Nikosia ein.

Wir hatten das Glück, dass Peter Oßenkop nach dem Ende seiner Amtszeit noch ein Sabbatjahr auf der Insel verbrachte, denn unser erstes Pfarrerehepaar im Ruhestand kam erst ein halbes Jahr nach der Stellenauflösung auf die Insel.
Die EKdSZ musste also schon sehr früh als ganz junge Gemeinde lernen, pfarrerlose Zeiten zu überbrücken: ein Talent, das uns bis heute auszeichnet.
Mit unserem ersten Pfarrerehepaar, Jochen und Margret von Falck, wurden dann gleich „Nägel mit Köpfen“ gemacht. Die beiden setzten viel Kraft und Energie ein, um für die Gemeinde einen festen Platz, ein Zentrum — ein Gemeindehaus — zu finden.

Dank zahlreicher Spenden von Mitgliedern und Unternehmen hier auf der Insel, einem zinslosen Zwischendarlehen, Beiträgen von der EKD, „Kirchen helfen Kirchen“ und vom Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises Gütersloh wurde dieses Projekt Wirklichkeit. Viele von Euch wissen, wie langsam die Mühlen der Bürokratie manchmal mahlen…
So hatte sich die damalige Vorsitzende Edith Andronikou unserer erbarmt und erst einmal alle Rechnungen für Strom, Wasser etc. über ihren Namen laufen lassen. Damit war sie natürlich auch haftbar!
Was lange währt, wird endlich gut: Das zyprische Innenministerium erkannte am 4. November 2004 die „Evangelische Kirche deutscher Sprache in Zypern“ an, zwar nicht als Kirche, aber immerhin als Verein.
So konnte am 8. April 2005 das Haus in Germasogeia nahe Limassol endlich auf unsere Gemeinde überschrieben und Edith Andronikou aus ihrer Verantwortung dafür entlassen werden.
Als Gemeinde standen wir bis dato auf zwei „Beinen“: der Liturgia (Gottesdienst feiern) und Koinonia (Austausch miteinander, Gesprächskreise, Wanderungen usw.). Klaus und Tina Herold gaben den Anstoß für das dritte Standbein, die Diakonie.
Unter der Leitung von Uta Steffen und Carola Dahmer und unter der Schirmherrschaft von Friends for Life begann ein Team von Freiwilligen die Arbeit im Charity Shop „Vintage Corner“.
Der Dienst am Menschen und die Unterstützung von Bedürftigen sind seither auch fester Bestandteil unserer Gemeinde. Die im Shop erwirtschafteten Überschüsse bilden eine wesentliche Voraussetzung unserer karitativen Aufgaben auf Zypern.

Unsere Kirche lebt seit vielen Jahren vom Engagement vieler Menschen. Einen unschätzbaren Beitrag leisten dabei Pfarrer im Ruhestand (und ihre Angehörigen). Ebenso prägt der engagierte Einsatz unseres Kirchenvorstands (KV) das Gemeindeleben und trägt dazu bei, dass unsere Gemeinde lebendig und vielfältig bleibt.
Während wir besonders in der frühen Phase unseres Bestehens auf recht lange Dienstzeiten der Pfarrer bauen durften, gab es auch Phasen, in denen Pfarrer nur für wenige Monate ihren Dienst versahen oder wir ganz ohne Pfarrer zurechtkommen mussten.
Aber auch das haben wir, dank des Engagements des KV sowie vieler Gemeindemitglieder, immer wieder gut gemeistert.
Dabei haben wir immer auf ein sehr gutes und konstruktives Miteinander zwischen den einzelnen KV-Mitgliedern sowie zwischen dem KV und dem amtierenden Pfarrer bauen können.
Das hat sich immer wieder in den guten und ergebnisorientierten KV-Sitzungen gezeigt, bei denen das gemeinsame Abendessen stets ein besonderes „Highlight“ war und ist. Einkehr- und Seminartage des KV mit den jeweiligen Pfarrern haben uns in unserer Arbeit bestärkt und bereichert.

Das Gemeindeleben wird immer wieder neu durch die regelmäßig stattfindenden Gottesdienste an vier Gottesdienstorten bereichert. Die damit verbundenen Fahrten auf der Insel stellen für den Pfarrer nicht selten eine besondere Herausforderung dar.

Ein besonderes Ereignis sind die Ostergottesdienste, die an zentralem Ort für die gesamte Gemeinde angeboten und durchgeführt werden. Fanden diese über viele Jahre hinweg in der archäologischen Stätte von Amathus (bei Limassol) statt, erfreuen wir uns seit einigen Jahren an der ansprechenden Lokation am Governor’s Beach.
Neben den Gottesdiensten treffen sich die Gemeindemitglieder auch zu regelmäßigen Gemeindetreffen in Limassol (Germasogeia), Nikosia, Larnaka und Paphos. Neben Vorträgen und kurzen Diskussionen kommt dabei auch das gemeinsame Singen und der Genuss von mitgebrachten Leckereien nicht zu kurz.
Und dann sind da noch die Gemeindefeste und -basare, die im Frühjahr und im Spätherbst organisiert und durchgeführt werden. All das erfordert erheblichen Einsatz und das Anpacken vieler fleißiger Helfer. Besonders die Bastelarbeiten für den Adventsbasar gestalten sich recht arbeits- und zeitaufwändig. Aber es lohnt sich! Denn der Erlös aus all diesen Aktivitäten erlaubt uns nicht nur, Kosten für die Gemeindearbeit zu decken, sondern trägt auch erheblich zu unserem karitativen Engagement auf der Insel bei.

Nicht zu vergessen sind schließlich noch die Gemeindeausflüge, die ein- oder manchmal auch zweimal im Jahr veranstaltet werden. Sie erschließen nicht nur oft besonders schöne Orte und Sehenswürdigkeiten Zyperns, sondern dienen vor allem der Belebung und Vertiefung des Gemeindelebens unserer Kirche.

Ein wichtiger Bestandteil unserer Gemeindearbeit ist zudem die regelmäßige Information unserer Mitglieder und Freunde. Deshalb veröffentlichen wir seit vielen Jahren Gemeindebriefe, die sowohl per Post als auch per E-Mail versandt werden. Darin informieren wir über bevorstehende Gottesdienste und Veranstaltungen, berichten über das Gemeindeleben und greifen Themen auf, die unsere Gemeinde bewegen und interessieren.
Finden Sie alle bisher veröffentlichten Gemeindebriefe hier!
